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Ablauf der Bodenprobeentnahme

Die georeferenzierte Bodenprobeentnahme erfolgt GPS genau durch ein zertifiziertes Probeentnahme-Unternehmen. Mit diesem Verfahren wird gewährleistet, dass bei den Folgeuntersuchungen immer dieselbe Probestelle angefahren wird. Somit werden Abweichungen durch eine veränderte Zusammensetzung des Bodens ausgeschlossen.

Vorgehensweise Bodenprobenentnahme:

  • Unterteilung der Proben auf Größen von ca. 1-5 ha
  • Entnahme von 25 Einstichen pro Probe auf 25 cm Tiefe (Bearbeitungstiefe)
  • Erfassen der Einstichpunkte mittels GPS-Erfassungsgerät

Analyse der Bodenprobe

Nach der Bodenprobenentnahme werden die Proben verpackt und in ein Labor verschickt. Die Analyse auf den Humusgehalt wird durch ein akkreditiertes Labor durchgeführt. Optional wird auch die Analyse nach der Kinsey-/Albrechtmethode mitangeboten. Bei dieser Analyse werden die Nährstoffe in der Verhältnismässigkeit zueinander dargestellt. Nährstoffe müssen im Gleichgewicht vorliegen, damit das Fundament für erfolgreichen Humusaufbau geschaffen ist.

Analyse der Bodenproben auf folgenden Parametern:

  • Organische Substanz (Humus) nach DIN EN 15936 (Dumas)
  • C/N Verhältnis
  • Gesamt-Stickstoff nach DIN EN 16168

Optional

  • Grundnährstoffe ph-Wert, Kalkversorgung, Phosphor, Kalium, Magnesium nach VDLUFA I
  • Kationen-Austauschkapazität nach der Albrechtmethode incl. der Spurenelemente Natrium, Schwefel, Bor, Eisen, Mangan, Kupfer, Zink

Aufnahme der Analyseergebnisse in die Humusdatenbank

Die Analyseergebnisse dienen als Grundlage für den CO2-Zertifikatehandel. Dazu werden die Ergebnisse in einer Datenbank erfasst. Diese Datenbank dient als Grundlage für die Dokumentation und Auswertung der Humusdaten.

Berechnung des Kohlenstoffgehalts im Humus

Der gesamte organische Kohlenstoffanteil oder die englische Abkürzung dafür TOC (Total Organic Carbon) wird bei der Bodenuntersuchung nach DIN EN 15936 ermittelt. Der auf dem Untersuchungsbericht ausgewiesene Gehalt an organischer Substanz wird dabei durch den Faktor 1,721 geteilt. Das Ergebnis ist der Kohlenstoffgehalt im Boden.

  • Beispiel: Humusgehalt 2,0 % : 1,721 = 1,16 % Kohlenstoffgehalt.

Berechnung Kohlenstoffgehalt in Tonnen pro Schlag

Fläche in m² x Entnahmetiefe = m³ Boden m³ Boden x spezifisches Gewicht = Tonnen Trockenmasse Tonnen Trockenmassen x Kohlenstoffgehalt = Tonnen Kohlenstoff pro Schlag.

Beispiel für einen Hektar Ackerbau:

  • 10.000 m² x 0,25 Meter = 2.500 m³ Boden.
  • 2500 m³ Boden x 1,25 = 3.125 Tonnen Trockenmasse an Boden.
  • 2500 Tonnen x 2 % Humusgehalt = 62,5 Tonnen Humus
  • 62,5 Tonnen Organik : 1,721 (Faktor für Kohlenstoffgehalt) ≈ 36 Tonnen Kohlenstoff.

Berechnung CO2 -Gehalt in Tonnen pro Schlag

Die Umrechnung von „C“ zu „CO2„ erfolgt mit dem Faktor 3,67. Dieser Wert resultiert aus den jeweiligen Atommassen (Einheit: g/mol): C=12, O=16 à CO2=44. Eine Tonne Kohlenstoff entspricht somit 44/12 = 3,67 Tonnen CO2.

  • Beispiel: 36 Tonnen Kohlenstoff x 3,67 ≈ 132 Tonnen gebundenes CO2

Die Honorarauszahlung basiert auf der Differenz der so berechneten CO2-Gehalten der Erst und der Folgeuntersuchung. Pro Jahr ist eine Steigerung von 0,1-0,2 % Humus realistisch. Dies bei konsequenter Umsetzung regenerativer Bewirtschaftungsmaßnahmen.

Klimaschutz durch Humusaufbau

Die grüne Pflanze ist als einziges Lebewesen befähigt, CO2 aufzunehmen und in Zucker bzw. in der Folge in organische Masse (Blätter, Früchte, Holz, Wurzeln) umzuwandeln. Auch der Mensch, mit all seinem Wissen und der gesamten zur Verfügung stehenden Technik, ist dazu nicht in der Lage!

Hier erfahren Sie mehr!

Warum ist Humusaufbau so wichtig

Durch größere Ton-Humuskomplexe können Nährstoffe besser und in größeren Mengen an diese gebunden werden. Höhere Biodiversität im Bodenleben bedeutet mehr stickstoffbindende Bakterien. Nährstoffe werden in Bakterieneiweis umgewandelt und werden somit nicht mehr ausgewaschen.

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